Kastrieren oder sterilisieren?

 

Katzen und Kater werden kastriert, nicht sterilisiert. Man sterilisiert überhaupt keine Katzen. Der Unterschied ist: bei der Kastration werden die Keimdrüsen (Hoden, Eierstöcke) entfernt, bei der Sterilisation wird nur der Ei- bzw Samenleiter durchtrennt. Das würde bedeuten, dass die Produktion der Geschlechtshormone weiterläuft, und genau das will man bei Katzen nicht. Das führt zu Erkrankungen der sekundären Geschlechtsorgane, zu Markierverhalten, Aggression, usw.

Es ist keinesfalls sinnvoll, Katzen unkastriert zu lassen, weil sie “nur” im Haus leben!

Ab wann kastrieren?

Auch ist wichtig, die Kastration spätestens mit der 16. Lebenswoche durchzuführen. Katzen werden da zT schon geschlechtsreif. Deshalb kastriert man am besten VOR der Geschlechtsreife, um den Tieren Stress, Qualen und Erkrankungen zu ersparen. Es ist für jede Katze eine Qual, rollig zu sein! Fangen Katzen an zu markieren, weil zu spät kastriert wird, ist das hinterher nur sehr schwer, das wieder zu korrigieren. Viele Katzen und Kater pinkeln dann weiter.

  • Kater und Katzen versuchen “auszubrechen”, um ihrem Sexualtrieb nachzugehen.

  • Unkastrierte Katzen sollten auf keinen Fall in den Freigang dürfen!

  • Auch die Gefahr von gemischt- geschlechtlichen Katzenpaaren ist NICHT zu unterschätzen! Ich kenne persönlich Fälle, wo eine 4 monatige Katze trächtig wurde. Katzen, die unter 12 Monaten alt sind, und trächtig werden, bringen meist Totgeburten zur Welt, und sterben nicht selten an den Folgen.

Tierärzte, die sich weigern, vor dem 6. Monat oder später zu kastrieren, machen keinen guten Job. Wir arbeiten an einer Liste der Tierärzte, die Kastrationen zuvor, oder Frühkastrationen durchführen.

Achtung: Katzen können auch still rollen, ganz unbemerkt vom Halter!

Studie?

Es gibt eine Studie von Victor Spain aus dem 2004, die sehr schön belegt, dass sogar Frühkastrationen nur von Vorteil sind, und keinerlei Nachteile auf Entwicklung, Gesundheit oder der Psyche haben.

Wer das googlen möchte: Victor Spain Study Cats: https://avmajournals.avma.org/.../10.2460/javma.2004.224.372

Frühkastration bedeutet: vor der 12. Lebenswoche. Alles danach ist eine normale Kastration. 

Trockenfutter

 
Wieso kein Trockenfutter? 
Ganz einfach... es ist trocken!
Unsere Haustiger stammen von der Falbkatze ab - diese ist ein Wüstentier. 
Bekanntlich ist dort nicht viel Wasser zu finden, so dass sich der Körper darauf eingestellt hat & die Katze 80% ihres Wasserhaushaltes über die Nahrung aufnimmt.
Dies ist bei Trockenfutter logischerweise nicht möglich.
Desweiteren saugt Trockenfutter zusätzlich auch noch Wasser auf.
Dies bedeudet, das wenige Wasser, das unsere Tiger zu sich nehmen, wird komplett vom Trockenfutter aufgesaugt.
Das bedeutet, die Niere wird nicht gewässert, was auf Dauer zu Nierenschäden führt. 
Diese sind allerdings frühestens bei 70% Fortschritt erkennbar & bis dato irreperabel. 
Auf 100g Trockenfutter müsste eine Katze 400-500 ml Wasser trinken, zusätzlich zu dem, was sie sich im Normalfall aus der Nahrung holen würde. Da kann es schnell passieren, dass eine Katze insgesamt 800 ml oder mehr an einem Tag trinken müsste.
Was biologisch + instinktiv einfach nicht geht.
Fängt aber Katze an, viel zu trinken, ist das ein Alarmsignal für Krankheiten.
Dann sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die Nieren schon geschädigt, Diabetes meldet sich, oder eine andere Erkrankung. 
Entgegen des Gerüchts, ist Trockenfutter auch nicht gut für die Zähne. 
Im Gegenteil... das Bröckchen wird maximal einmal geknackt. Dadurch entsteht ein erhöhter Speichelfluss & dies führt eher zu Zahnstein. 
Sehen wir uns also ganz neutral & wertfrei die Fakten an, erkennen wir, dass Trockenfutter nichts in der Ernährung zu suchen hat! 
Zudem... reine physikalische Grundregel:
Alles was einmal dehydriert wurde, wird bei jeder Möglichkeit versuchen, wieder in den Normalzustand zu kommen.
Es gibt folglich kein Trofu, das KEIN Wasser aufsaugt, da Trofu aus Inhaltsstoffen besteht, die dehydriert wurden.!
Einfachstes Beispiel: 
Mehl... Getreide wird erst getrocknet, dann gemahlen & saugt bei jedem Kontakt (auch wenn es bereits verarbeitet wurde) wieder Flüssigkeit auf. 
Da Trofu, auch wenn es aus 100% Fleisch besteht (sehr unrealistisch, da reines Muskelfleisch nicht sehr gehaltvoll ist), handelt es sich immer noch um ein dehydrietes Material, das gemahlen & verarbeitet wurde. 
Schon alleine um die Inhaltsstoffe im Futter lösen zu können (also verdauen + verwerten zu können), muss der "Ausgangszustand" wieder hergestellt werden, also wieder hydiert werden.
Da der Körper der Katze aber darauf angewiesen ist, Flüssigkeit über die Nahrung aufzunehmen, ist Trofu so oder so nicht artgerecht & gesundheitsgefährdend!
Nicht nur, dass Flüssigkeit aufgebracht werden muss, um das Futter überhaupt verdauen zu können... die Katze kann auch durch übermässiges Trinken, dies nicht kompensieren!
Der Verdauungsapperat der Katze ist nämlich nicht dazu konstruiert, ungebundene Flüssigkeit aufzunehmen & zu verwerten.
Sprich... übermässiges Trinken schädigt zusätztlich, da der Körper gar nicht weiß, was er damit anfangen soll. 
Das Wasser wird quasi ungenutzt wieder ausgeschieden & mit ihm noch wertvolle Mineralien ausgespült!
Fazit: Die Katze braucht, um gesund zu bleiben, nicht nur einen hohen Fleischanteil mit dem richtigen Verhältnis zu Mineralien und Vitaminen, sondern auch im Futter gebundene Flüssigkeit (80% des Tagesbedarfs). Fehlt auch nur eine Komponete, werden die Organge über kurz oder lang geschädigt! 


Halsbänder

 

Leider ist in Foren, Facebook, Whatsapp-Gruppen aber auch auf offener Straße immer wieder zu sehen, dass Katzen mit einem Halsband ausgestattet werden. Oft werden die Besitzer dieser Fellnasen auch vor der Gefahr gewarnt, diese wird von ihnen jedoch als gering eingestuft oder sogar belächelt. 

 Neuzeitliche Mode-Erscheinung: bunte Halsbänder ins sämtlichen Variationen

Meist wird mit der angeblichen Lösung "Sicherheitshalsband" gekontert. Oder es wird erwähnt, dass bisher ja noch nichts passiert ist. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich?

Gründe für ein Halsband

Die Gründe, warum sich ein Halsband anbietet, überwiegen in keinem Fall der dadurch entstehenden Gefahr für das Leben der Katze. Zudem sind sie meist ohne wirklichen Nutzen und besitzen keine Logik.

Unter anderem legen manche ihren Katzen Halsbänder mit Glocken an, um die Wildvögel zu schützen. Dabei sollten jedoch zwei Dinge berücksichtigt werden. Erstens ist die Katze sowieso ein Ansitzjäger oder schleicht sich heran. Sie hat dabei kaum Eigenbewegung, welche die Vögel durch Gebimmel warnen könnte. Zum anderen sind meist sowieso die Jungvögel in den Nestern die Opfer. Denen würde auch eine Frühwarnung durch eine Glocke nicht viel nützen. Katzen haben zudem ein ausgezeichnetes Gehör, welches beim Streifgang durch die Wildnis dauerhaft von der Glocke gestört und irritiert wird. 

Die Glocke ist für die Katze ein Fluch, jeder Schritt stört das empfindliche Gehör.

Ein weiterer Grund, ein Halsband anzulegen, ist die angebliche Schönheit. Die Geschmäcker sind verschieden, jedoch sollte man darüber nachdenken, ob es wirklich so schön ist, einem ehemaligen Raubtier und Jäger aus der Wildnis ein glitzerndes, buntes Halsband anzulegen.

Halsbänder zerstören die Natürlichkeit dieser faszinierenden Tierart

Die Halsbänder werden teilweise auch genutzt, um den Besitzer der Katze an einem Adress-Anhänger zu vermerken. In Zeiten der implantierbaren Chips, welche von jedem Tierarzt ausgelesen werden können, ist dieser Nutzen jedoch nicht mehr nötig. Zudem heben sich Haus- von Wildkatzen oft deutlich durch ihre Fellqualität und ihrem Allgemeinzustand ab.

Angeblich sollen die Halsbänder auch vor dem Überfahren in der Nacht schützen, da sie meist reflektieren. Dies tun jedoch schon die Katzenaugen von Natur aus. Hier ist der springende Punkt, dass Katzen Fluchttiere sind. Sie kommen meist im letzten Moment aus dem Gebüsch am Straßenrand gerannt und versuchen dann die Straße zu kreuzen. In diesen wenigen Sekunden bringt selbst ein reflektierendes Halsband wenig Rettung.
Ein großer Teil der Halsbänder-Begründung obliegt dem Floh-Halsband. Auch hier gibt es mittlerweile eine breite Palette an Alternativen, sodass die Gefahr wieder dem Vorteil überwiegt. Einfach mal den Tierarzt fragen.

Welche Gefahr geht vom Halsband aus?

Die größte Gefahr ist die Strangulation. Ob beim Springen, Klettern oder Spielen. Die Katze kann sich irgendwo verhängen oder die Pfote am Hals einklemmen. Jetzt kommt das Verhalten der Katze dazu. Als Flucht-Tier wird es panisch versuchen, sich aus dieser Zwanghaltung zu befreien. Dies kann zu Krallen-Abrissen, Abschürfungen bis hin zu Einschneidungen ins Fell führen. Im schlimmsten Fall wird die Katze bis zur Bewusstlosigkeit und anschließend bis zum Tod stranguliert.

Verhängnisvolle Zwangshaltung...

Selbst in Ruhe kann das Halsband gefährlich werden. Will sich die Katze das Halsband selbst vom Kopf ziehen, kann es passieren, dass sie sich eine Maulsperre zulegt. Aus dieser kann sie sich im Regelfall nicht selbst befreien. Tritt hier wieder Panik auf, kann es zu schweren Schädigungen im Maul kommen.
 ... und oft schwere Verletzungen

Bei Jungkatzen kann das Halsband verwachsen, sollten diese mal in die Freiheit entwischen und nicht mehr gefunden werden.

Langfristig führen Halsbänder durch Scheuern unter Umständen dazu, dass das dahinterliegende Fell beschädigt wird, abstumpft oder die Stelle sogar kahl wird. Danach ist eine Haut-Reizung die typische Folge.


 Das leidige Thema "Sicherheits-Halsband"

Die Industrie hat auf den Umstand, dass sich normale Halsbänder nicht selbst öffnen, reagiert. Sonst wäre wahrscheinlich eine ganze Sparte der Tier-Industrie unbeliebt geworden. Diese angeblichen Sicherheitshalsbänder öffnen jedoch auch nicht immer. Es muss eine bestimmte Zugkraft erreicht werden und es muss aus dem richtigen Winkel gezogen werden. Katzen haben zwar Glück und sieben Leben, aber diese Garantie haben sie nicht.

 Tierschutz heißt Halsband ab.
Es gibt noch eine zweite Variante von "Sicherheitshalsbändern". Diese haben einen Gummizug und sind somit "dehnbar". An sich eine gute Idee, die Katze könne ja raus schlüpfen. Jedoch flüchten Katzen meist bei einem Schreck nach vorn, sodass sie sich auch hier im eigenen Halsband mit der Pfote/ dem Vorderlauf verheddern könnten. Dadurch, dass es dehnbar ist, könnte die Katze sich zudem noch leichter eine Maulsperre zulegen.


 


Unser Fazit zum Thema Halsband

Wir sind der Meinung, dass die Gefahren den "Vorteilen" deutlich überwiegen. Natürlich können die Sicherheitshalsbänder unter Umständen öffnen. 

Ungerechtfertige Gründe: kein Grund ist groß genug, um eine Katze dieser Gefahr auszusetzen.
Doch dieses "unter Umständen" rechtfertigt in unseren Augen nicht den Nutzen gegenüber der Gefahr, die von einem Halsband ausgeht. Deshalb sprechen wir uns klar gegen Halsbänder aus.




Pheromone der Katze - Gruppengeruch

Habt ihr euch schonmal gefragt, warum Katzen ihre Köpfe an euren Beinen oder an Artgenossen reiben?

Sie übertragen (markieren) so ihre Gesichtspheromone auf euch und ihre Artgenossen, und erkennen Mitglieder innerhalb der Gruppe wieder, wenn sie auf Schnuppernähe sind.


Was sind eigentlich Pheromone?

Pheromone sind Botenstoffe, die zur Kommunikation dienen, sie enthalten bestimmte Informationen. Die Gesichtspheromone bezeichnet man auch als “freundliche” Pheromone, da Katzen damit alles markieren, was für sie einen positiven Bezug hat. Gebildet werden sie an den “Backen” der Katze, in speziellen Drüsen. Wahrnehmen können Katzen markierte, also mit Pheromon versehene Stellen mit einem bestimmten Organ: dem sogenannten Vomeronasalorgan (VNO), auch Jacobson-Organ, das sich im vorderen Bereich der Mundhöhle, am Gaumen befindet.

Bestimmt habt ihr eure Katzen schon mal mit offenem Maul, leicht entrücktem Blick, naserümpfend innehalten sehen? Das ist das “Flehmen”, so saugen sie alle Pheromone ein, und verarbeiten die darin enthaltenen Informationen.


Im Sozialkontakt sind Gesichtspheromone also sehr wichtig, und da sie schnell verfliegen, müssen die Gruppenmitglieder regelmäßig neu damit markiert werden.

Bei einer Zusammenführung kann man das Kennenlernen der Katzen untereinander fördern, indem man mit einem kleinen Trick den Gruppengeruch herstellt, und den erkläre ich euch gerne:


Nimm eine Socke, die getragen ist, also euer Geruch schon dran ist, denn auch der Katzenhalter gehört zum Sozialgefüge einer Katzengruppe. Die Socke über eine Hand ziehen, und die “alte” Katze (oder auch mehrere, wenn vorhanden) damit am Kopf, besonders an den Backen reiben. So gelangen die Pheromone auf die Socke, und dann geht ihr zum Neuzugang, und reibt diesen ebenfalls mit der Socke am Kopf. Jetzt sind die Pheromone alle auf der Socke, und die neue Katze (oder Katzen) riechen ebenfalls nach der oder den älteren, und euch. Jetzt geht ihr mit der Socke wieder zu der älteren Katze (oder den älteren), und wiederholt das ganze. Man wechselt ein paar Mal hin und her, und sollte das ca 2x täglich wiederholen. Wenn die neue Katze also irgendwann mit der älteren zusammen trifft, riecht die ältere ihren eigenen Geruch am Neuling.

Das kann bei der Zusammenführung sehr hilfreich sein, aber es wirkt auch, wenn man mit einer Katze beim Tierarzt war, und die daheim gebliebene sie hinterher anfaucht.

Gefaucht wird deshalb, weil ein “fremder” Geruch an der Katze ist, die beim Tierarzt war, der nicht zum Gruppengeruch gehört.


FLUTD, Harngrieß

Fatale Wirkungen von Spezialfutter von katzengefuehle.de

Harnsteine 

Mittlerweile sind Harnsteine bei Katzen schon zur "Volkskrankheit" geworden. Sie gehören mit unter den Oberbegriff "FLUTD" ( Feline Lower Urinary Tract Diseases), Erkrankungen der unteren Harnwege bei Katzen.

Auch bei meiner Arbeit fällt vermehrt auf, dass sich das Vorkommen tendenziell deutlich erhöht. Somit lautet mein Rat besonders bei Unsauberkeit, vor Beginn einer Verhaltenstherapie, immer erst zum Tierarzt zu gehen um mögliche physische Ursachen auszuschließen.

Harnsteine bzw. Harnkristalle oder auch Harngries sind extremst schmerzhaft, die Symptome dabei vielfältig (Unsauberkeit, Aggression, Apathie uvm.).

Die Entstehung ist häufig auf die Fütterung zurückzuführen. Studien belegen, dass Trockenfutter und das dadurch entstandene Flüssigkeitsdefizit, aber u.a. auch zu hoher pflanzlicher Anteil oder zu niedriger Proteingehalt im Futter die Entstehung stark beeinflussen. Ebenso kann aber auch die genetische Veranlagung ursächlich sein.

Die Diagnostik von Harnsteinen/-kristallen oder Gries ist unkompliziert. Durch Urinuntersuchung und Ultraschall erlangt man zeitnah Gewissheit. Doch mit der Diagnose geht es erst richtig los, denn die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig.

Warum ich mich ganz klar gegen Spezialfutter bei Harnsteinproblematik ausspreche möchte ich im Folgenden näher erläutern.

Zu Beginn etwas grundsätzliches:

Es gibt verschiedene Arten von Harnsteinen, welche sich signifikant unterscheiden. Sie entstehen in völlig unterschiedlichem Milieu und werden komplett unterschiedlich behandelt. Ich werde mich in diesem Beitrag somit nur auf die beiden häufigsten Harnsteine beschränken- auf Struvit und Calciumoxalat.

Der Urin einer gesunden Katze sollte einen ph-Wert zwischen 6,2 und 6,8 aufweisen. Unter 6,2 entsteht Oxalat, über 6,8 bildet sich Struvit.

Nun zeigt sich eigentlich schon worin das Hauptproblem bei der Behandlung liegt- der ph-Wert muss wieder in den Normbereich gebracht und dort gehalten werden. Aber wie?!

Die Grundlage der gesamten Behandlung liegt in der Kontrolle des ph-Wertes. 

Für eine gezielte Behandlung sind engmaschige Kontrollen, am besten täglich, nötig.

Deshalb sollte man beginnen den ph- Wert im Urin Zuhause selbst zu kontrollieren. Sehr gut geeignet sind sind dafür BlemaStrip Teststreifen oder Uralyt-U Indikatorpapier.

Das Messen ist nicht immer einfach und man muss manchmal wirklich kreativ werden. Es empfiehlt sich auf offene Katzentoiletten umzusteigen und diese in gut sichtbarer und erreichbarer Nähe aufzustellen.

Man wird relativ schnell feste Zeiten erkennen, an denen die Katze das Klo aufsucht und wann man messen kann.

Die Umsetzung ist individuell, bewährt hat sich hierbei das Auffangen des Urins mit einer ausrangierten Suppenkelle oder einem flachen Deckel die einfach untergehalten werden. Den Teststeifen direkt in den Urinstrahl zu halten wäre ebenfalls möglich. 

Der beste Moment ist, wenn bereits begonnen wurde zu urinieren, währenddessen verlässt kaum ein Tier noch das Klo. 

Es gibt aber auch spezielles Streu vom Tierarzt oder online, welches den Urin nicht aufsaugt (Katkor).

Anfangs sollte man jede Chance zum Messen nutzen um Routine und Sicherheit zu gewinnen. Die meisten Katzen gewöhnen sich sehr schnell an das Vorgehen und die Begleitung beim Toilettengang. 

Wenn dies klappt, sollte man versuchen möglichst nüchternen Urin zu gewinnen, dies lässt sich mit angepassten Fütterungszeiten relativ gut steuern.

Nun hat man einen ph-Wert und die Behandlung kann beginnen.

Struvit entsteht bei einem ph über 6,8. Es lässt sich auflösen, wenn man den ph-Wert auf einen Wert unter 6,5 senkt indem man den Urin ansäuert.

Dies geschieht mit dem Wirkstoff Methionin. Die Darreichungsform ist z.B. möglich in Form von Methionin- Pulver oder Guardacid Tabletten.

Die Dosierung richtet sich immer nach dem aktuellen ph- Wert und muss individuell angepasst werden.

Der ph darf nicht unter 6,2 sinken und nicht über 6,8 steigen. 

Sind die Harnsteine/-kristalle aufgelöst, bleiben regelmäßige ph- Kontrolle und ggf. gezieltes Ansäuern, um den ph- Wert im optimalen Bereich zu halten, ein Leben lang notwendig.

Oxalat entsteht bei einem ph unter 6,2. Dies hingegen kann man nicht auflösen und lässt sich leider ausschließlich operativ entfernen. Nur kleinste Kristalle lassen sich mit Glück rausspülen. Bei Katern ist aber auch eine Penisamputation keine Seltenheit und oft die letzte Rettung.

Um den ph-Wert nach der Behandlung zu erhöhen gibt es bisher kaum medizinische Möglichkeiten. Studien haben allerdings gezeigt, dass die Behandlung mit Vitamin B6, Futter mit etwas Gemüseanteil (z.B. Kürbis, Möhren) und mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, den ph-Wert etwas anheben.

Nun dazu warum Urinary Futter so ungünstig sind. 

Diesen Spezialfuttern ist der Wirkstoff Methionin bereits zugesetzt was bedeutet, dass der Urin angesäuert wird und sinkt.

Bei Oxalat wäre das somit absolut unerwünscht. Deshalb sollte Urinary Futter nur bei Struvit Anwendung finden und auch bei da kann es den ph- Wert zu stark senken und es könnten Oxalatsteine entstehen. Diese wären wie oben erwähnt nur operativ zu entfernen.

Auch bei Urinary Futter wäre regelmäßige ph- Kontrolle somit zwingend notwendig um kein Risiko auf Oxalat einzugehen.

Was tun wenn der ph zu tief sinkt? Anderes Futter füttern und immer zwischen den Futtern wechseln wäre da der einzige Weg, ist allerdings sehr umständlich.

Was tun wenn der ph noch immer zu hoch ist?

Der Katze gut zureden, damit sie mehr Futter und somit mehr Methionin aufnimmt ist wohl kaum möglich. Man kommt einfach nicht weiter. Die Wirkung des Spezialfutter hat auch Grenzen.

Besorgniserregend ist hierbei auch, dass in der Futtermittelbranche das Risiko auf Harnsteine durch Trockenfutterfütterung so bekannt ist, dass in vielen normalen Trockenfuttern bereits Methionin unter den Inhaltsstoffen aufgeführt ist, ohne als Urinary Futter beworben zu werden. Statistisch steigt seitdem die Anzahl der an Oxalat erkrankten Katzen signifikant. Das unbemerkte, permanenten Ansäuern "züchtet" so diese gefährlichen Harnsteine. 

Zudem ist Spezialfutter häufig minderwertiger Qualität- zu geringer und schlecht deklarierter Fleischanteil, enthält häufig Getreide und Zucker.

In Mehrkatzen- Haushalten stellt einen Spezialfutter ebenso vor organisatorische Aufgaben, denn die gesunden Vierbeiner dürfen auf keinen Fall Spezialfutter fressen. 

Aus all den nun genannten Gründen ist es deutlich gesünder und vor allem zielführender ausschließlich hochwertiges Nassfutter zu füttern, regelmäßig Zuhause den ph- Wert im Urin zu kontrollieren und gezielt zu behandeln.